Es ist sicher sehr schwer, zu wissen, was für eine Politik man diesen Attacken auf Paris jetzt, Charlie Hebdo im Januar, auf die Metrojet-Maschine über der Sinai-Halbinsel, auf all die vergangenen Anschläge und denen, die schlimmerweise wohl noch folgen dürften, entgegensetzen soll, vor allem wenn Täter argumentativ unerreichbar zu sein scheinen?!?
Vieles erscheint natürlich klar, wir müssen unsere politischen und auch persönlichen Werte verteidigen, und niemand soll uns das Recht nehmen, so zu leben, wie wir das möchten. Und selbstverständlich ist es absolut indiskutabel und unverzeihlich, dass Menschen versuchen, uns alle durch Gewalt, Mord und Einschüchterung davon abzuhalten – und das muss natürlich auch entsprechend geahndet werden.
Ich frage mich jedoch auch bei aller Trauer, Wut und dem Gefühl großer Ohnmacht, wenn sowas passiert, wie überwiegend so junge Menschen dazu gebracht werden können, ihr eigenes Leben wegzuwerfen und andere auch noch mit in den Tod zu reißen. Und eine Antwort (von sicher vielen) scheint mir zumindest zu sein, dass es die Perspektivlosigkeit für das eigene Leben oder auch das eigene Land sein muss, die diese Menschen für diesen Wahn empfänglich macht und dann dazu bringt, mit dieser Grausamkeit zu handeln.
Und da, denke ich, stehen wir dann doch auch selbst in der Verantwortung und da müssten wir und auch die Politik ansetzen: nicht ständig auf Kosten anderer Geld verdienen, nicht über ein Freihandelsabkommen große Regionen der Welt vom ökonomischen Wachstum ausschließen… alles Mögliche dafür tun, dass v.a. die gut ausgebildeten, zu uns geflüchteten Menschen, die politischen und geistigen Eliten jener Länder, irgendwann, wenn sie nicht mehr um ihr Leben fürchten müssen, in ihr Land zurückkehren (können), damit eben Perspektiven entstehen – statt vor allem auf das Potential für unsere eigene Wirtschaft zu schauen. Und bestimmt noch vieles mehr.
Vielleicht findet sich dann ja ein Weg, dass manche Menschen wieder Chancen für sich sehen, bevor !! sie sich radikalisieren und zu solch verabscheuungswürdigen und unverzeihlichen Taten schreiten, unter denen wir alle leiden.