Kategorie: Politik

Sachsen-Anhalt, im März 2016

2011 haben in Sachsen-Anhalt 23,7 Prozent DIE LINKE gewählt, bei aller politischer Weiterentwicklung eine Partei, die ihre Wurzeln in einer Diktatur hat.

2016 wählen 24,2 Prozent die AfD, eine Partei, deren rassistischen Äußerungen an eine andere Diktatur erinnern.

Auch wenn die politische Agenda heute eine andere ist, fragt man sich, warum ein Viertel der Wähler damals wie heute an keine politische Mitte glauben kann.

Überall, im Januar 2016

 

1.1. – Hundere von Übergriffen auf Frauen am Kölner Hauptbahnhof
2.1. – Saudi-Arabien richtet 47 Menschen hin
4.1. – EU-Mitglied Polen verabschiedet ein Gesetz gegen die Pressefreiheit, andere EU-Staaten wie Schweden und Dänemark kontrollieren verstärkt ihre Grenzen
5.1. – Camerons Regierung wirbt für Brexit-Referendum
6.1. – In Madaya in Syrien verhungern Kinder
7.1. – In Paris wird ein neuer mutmaßlicher Attentäter erschossen
8.1. – In Tel Aviv, Hurghada und Philadelphia wird in Hotels und Bars ebenfalls geschossen, die Polizei schießt zurück.
9.1. – Pegida schlägt in Köln auf
11.1. – David Bowie stirbt
12.1. – Anschlag des IS auf Touristen bei Blauer Moschee und Haga Sofia in Istanbul
13.1. – Menschenrechtsaktivistin Samar Badawi, Schwester von Blogger Raif Badawi, wird inklusive ihrer zweijährigen Tochter in Saudi-Arabien festgenommen
14.1. – …

Es kann nur besser werden, oder?!

Paris, im November 2015

Es ist sicher sehr schwer, zu wissen, was für eine Politik man diesen Attacken auf Paris jetzt, Charlie Hebdo im Januar, auf die Metrojet-Maschine über der Sinai-Halbinsel, auf all die vergangenen Anschläge und denen, die schlimmerweise wohl noch folgen dürften, entgegensetzen soll, vor allem wenn Täter argumentativ unerreichbar zu sein scheinen?!?

Vieles erscheint natürlich klar, wir müssen unsere politischen und auch persönlichen Werte verteidigen, und niemand soll uns das Recht nehmen, so zu leben, wie wir das möchten. Und selbstverständlich ist es absolut indiskutabel und unverzeihlich, dass Menschen versuchen, uns alle durch Gewalt, Mord und Einschüchterung davon abzuhalten – und das muss natürlich auch entsprechend geahndet werden.

Ich frage mich jedoch auch bei aller Trauer, Wut und dem Gefühl großer Ohnmacht, wenn sowas passiert, wie überwiegend so junge Menschen dazu gebracht werden können, ihr eigenes Leben wegzuwerfen und andere auch noch mit in den Tod zu reißen. Und eine Antwort (von sicher vielen) scheint mir zumindest zu sein, dass es die Perspektivlosigkeit für das eigene Leben oder auch das eigene Land sein muss, die diese Menschen für diesen Wahn empfänglich macht und dann dazu bringt, mit dieser Grausamkeit zu handeln.
Und da, denke ich, stehen wir dann doch auch selbst in der Verantwortung und da müssten wir und auch die Politik ansetzen: nicht ständig auf Kosten anderer Geld verdienen, nicht über ein Freihandelsabkommen große Regionen der Welt vom ökonomischen Wachstum ausschließen… alles Mögliche dafür tun, dass v.a. die gut ausgebildeten, zu uns geflüchteten Menschen, die politischen und geistigen Eliten jener Länder, irgendwann, wenn sie nicht mehr um ihr Leben fürchten müssen, in ihr Land zurückkehren (können), damit eben Perspektiven entstehen – statt vor allem auf das Potential für unsere eigene Wirtschaft zu schauen. Und bestimmt noch vieles mehr.
Vielleicht findet sich dann ja ein Weg, dass manche Menschen wieder Chancen für sich sehen, bevor !! sie sich radikalisieren und zu solch verabscheuungswürdigen und unverzeihlichen Taten schreiten, unter denen wir alle leiden.